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Über den Gaisalptobel zum Unteren Gaisalpsee

Diese Tour ist sehr beliebt. Viele laufen auch weiter zum Rubihorn oder zum Nebelhorn. Wer also in Reichenbach einen Parkplatz ergattern möchte (Tagesticket 4 €), sollte früh aufstehen oder von Oberstdorf mit dem Bus nach Reichenbach fahren.

Zunächst geht es über den für einen Tobel recht breiten Weg aufwärts entlang des Gaisalpbachs. Der Tobel ist gut begehbar und auch für Anfänger machbar. Nur an zwei Stellen wurde es etwas knifflig. Dann folgt der Weg der Straße zur Gaisalpe. Die lassen wir jedoch links von uns und folgen nun einer Schotterpiste hinauf hinter die Untere Richteralpe. Nach ca. 2,5 Kilometern wird der Weg mit großen Stufen und Steinen anspruchsvoller. Wanderstöcke und Trittsicherheit sind empfehlenswert. Der Weg führt auch mehrfach über die Zuflüsse des Gaisalpbachs und neben Wasserfällen entlang. Das sorgt für eine angenehme Erfrischung. Den Unteren Gaisalpsee erreichen wir nach 3,7 Kilometern. Das Wasser ist eiskalt, was einige Mutige aber nicht von einem kurzen Bad abhält.

Der Rückweg verläuft bis zum Eingang des Gaisalptobels wie der Hinweg. Dann entscheiden wir uns aber für die bequeme Fahrstraße zurück zum Parkplatz. Einkehrmöglichkeiten bieten der Berggasthof Gaisalpe oder – sehr empfehlenswert – die Untere Richteralpe mit ihren Brotzeiten und hausgemachten Kuchen.

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Von Oberstdorf nach Reichenbach

Wo der Faltenbach vom Nebelhorn kommend in die Trettach mündet, nehmen wir den Wanderweg an der Trettach entlang zum Ortsausgang. Über den sonnigen Kneipp-Wanderweg geht es vorbei an der Ortschaft Rubi (175 Einwohner) am Fuß des Rubihorns.

Bei Rubi spielt eine der vielen Sagen aus Oberstdorf, die wir im Oberstdorf-Lexikon gefunden haben:

„Der Eustach aus Rubi tanzt mit dem Nachtvolk

Der Eustach aus Rubi war eigentlich ein ganz ordentlicher Bursche und stark wie ein Bär. Außerdem war er witzig und schlagfertig und stets zu Streichen aufgelegt. Als er eines Tages wieder einmal recht spät auf dem Heimweg durch den Rubinger Wald kam, erschien urplötzlich vor ihm ein Teufelsspiel: ein Dutzend verschleierter, wunderschöner Jungfrauen umtanzten ihn. Da pochte ihm das Herz immer schneller und das Blut stieg ihm in den Kopf. Er ließ sich nicht lange bitten, nahm seinen ganzen Mut zusammen und wollte mit einer der schönen Wesen tanzen. Als er sie jedoch so richtig in den Arm nahm, langte er ins Leere. Da wurde ihm sofort klar, dass er es mit dem Nachtvolk zu tun hatte und wusste auch, was zu tun war: Blitzschnell bekreuzigte er sich und schlich sich davon. Aber der Weg war wie verhext. Eigentlich kannte er ihn ja in- und auswendig, doch nun war er ihm total fremd. Das ärgerte ihn so, dass er fürchterlich und gotteslästerlich zu fluchen begann. Das hätte er jedoch nicht tun sollen. Auf der Stelle war das Nachtvolk zurück und riss ihn zu einer wilden Fahrt mit in die Luft. Egal wie er um sich trat und zappelte, er musste mit. Erst als der Morgen graute, ließen ihn die Jungfern wieder laufen. Aber wo war er gelandet? Die Menschen sprachen eine ihm unbekannte Sprache. Er wäre in dem fremden Land sicher umgekommen, wenn er nicht von einem Landsmann aufgelesen worden wäre. Dieser erklärte dem Eustach, dass er in Venedig sei und half ihm wieder nach Hause.“

Kurz vor der nächsten Ortschaft – Reichenbach – halten wir uns links, um nach dem Ort zum Moorbad zu gelangen. Dort bietet sich die Möglichkeit einer Rast in der Sonne im zum Schwimmbad gehörenden Café. Im Sommer bietet das Schwimmbad eine willkommene Abkühlung nach dem sonnigen Weg.

Wir halten uns weiter links und nehmen den Wanderweg zurück nach Oberstdorf, der unterhalb der Schöllanger Burg, einer Kirche, im Wald verläuft. Durch Rubi folgen wir der Iller bis zu ihrem Ursprung: dem Zusammenfluss von Trettach, Stillach und Breitach kurz vor den ersten Häusern des Marktes Oberstdorf. Der Fluss mündet nach 147 km bei Ulm in die Donau. (Quelle: Wikipedia)

Über den Trettach-Damm gelangen wir zurück in den Ort.