Von Mintard zum Schloss Landsberg

Heute geht’s wieder in die Wälder rund um Hugenpoet und Landsberg. Eine andere Tour in diesem Gebiet haben wir schon in einem früheren Beitrag beschrieben.

Wir parken an der Mintarder Sankt Laurentius Kirche und folgen der Mintarder Dorfstraße, Am Biestenkamp und Am Stoot hinein in den Wald rund um Schloss Hugenpoet. Nach 1,5 km verlassen wir den Ruhrhöhenweg und bleiben am Waldrand Richtung Essener Straße. Vom Steinberg geht’s bergab zum Landsberger Graben und direkt in den Garten von Schloss Landsberg. Hier blühen die ersten Kirschen und es summt vor lauter Bienen. Vom Schloss halten wir uns links und nehmen einen schönen Waldweg zum Klusenbach, dann weiter über die Blomericher Straße zurück auf den Ruhrhöhenweg und nach Mintard zum Parkplatz.

Von Hugenpoet zum Schloss Landsberg

An diesem sonnigen Morgen starten wir am Parkplatz von Schloss Hugepoet und nach der Überquerung der August-Thyssen-Straße geht es direkt rechts steil bergauf in den Wald. Wir folgen ein kleines Stück der Essener Straße und biegen dann links in den Blomericher Weg. Schöne Wanderwege führen durch den Wald bis zur S-Bahn-Linie Düsseldorf-Essen und zu den ersten Häusern von Ratingen-Hösel. Wir laufen durch eine Siedlung mit sehr schicken Villen und Einfamilienhäusern. Unweit von hier befand sich früher meine Berufsschule.

Weiter geht es über die Hugo-Henkel-Straße. Hugo Henkel starb 1952 in Hösel und ging als Erfinder des Waschmittels Persil in die Geschichte ein. Er übernahm die Henkel-Werke von seinem Vater und führte die Geschäfte des Unternehmens durch die Zeit des 2. Weltkriegs.

Über die Straße Am Tannenbaum geht es wieder zurück Richtung Essen. Eigentlich führt der Weg dann weiter auf den Görscheider Weg. Aber ein Anwohner fühlte sich durch die Wanderer und Radfahrer gestört und hat den Weg mit einem Tor verschlossen und den Durchgang untersagt. So kehren wir um und laufen über die S-Bahn-Trasse wieder auf die Kettwiger Seite des Waldes.

Bei Kilometer 8 erreichen wir Schloss Landsberg. „Im Jahr 1276 wurde es von Graf Adolph V. von Berg zur Befestigung des Ruhrübergangs gebaut. 1903 erwarb es der Großindustrielle August Thyssen. Dieser wohnte hier bis zu seinem Tod im Jahre 1926. Der geschiedene, alleine lebende Thyssen nutzte das Haus nicht nur zur Erholung, sondern auch zu geschäftlichen Besprechungen. Viele gesellschaftliche und private Veranstaltungen des Industriellen fanden hier statt. Auch heute ist das Schloss im Besitz der Thyssen-Krupp-Gruppe. Nach dem Krieg war Schloss Landsberg zunächst ein Kinderheim, dann wurde es zur evangelischen Freizeit- und Begegnungsstätte. Der burgähnliche Neubau wird heute als Fortbildungsstätte genutzt. Leider steht das Schloss dem Besucher nicht offen – dafür kann man aber in den Gärten flanieren.“ (Quelle: www.ruhrguide.de)

Über den Steinberg geht es nun wieder zur Essener Straße und durch die Wälder bei Hugenpoet zurück zum Ausgangspunkt unserer Tour.

Von Schloss Hugenpoet zum Schloss Linnep

Heute Morgen haben wir bereits schwülwarme 23°C und die Sonne scheint von einem leicht bewölkten Himmel.

Ausgangspunkt unserer heutigen Tour ist das Schloss Hugenpoet mit seiner wechselvollen Geschichte. Wikipedia berichtet: „Als Königsgut Karls des Großen fand der Vorgängerbau Hugenpoets, die Motte Nettelshof, im Jahr 778 als Nettlinghave toe Loepenheim erstmals urkundlich Erwähnung. Später war Nettelshof ein Oberhof der Abtei Werden, mit dem Ritter Vlecke von Hugenpoet 1314 belehnt wurde. Die Anlage diente in jener Zeit der Kontrolle der nach Kettwig führenden Ruhrbrücke, die der Jülicher Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg im Jahr 1635 abbrechen ließ. … Um 1509 errichteten die Ritter von Hugenpoet an der heutigen Stelle, etwa 200 m vom alten Standort entfernt, einen Neubau. Dieser blieb bis 1831 im Besitz der Familie, die sich seit etwa 1600 „von Nesselrode zu Hugenpoet“ nannte. Doch auch dieser Bau blieb von Zerstörung nicht verschont. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Schloss von hessischen Truppen verwüstet. Johann Wilhelm von Nesselrode zu Hugenpoet ließ gemeinsam mit seiner Frau Anna von Winkelhausen sämtliche Ruinen im Jahr 1647 abreißen und – mit der äußeren Vorburg beginnend – an deren Stelle Schloss Hugenpoet im Wesentlichen in seiner heutigen Form neu aufbauen. Die Arbeiten fanden im Jahr 1696 unter Freiherr Konstantin Erasmus von Nesselrode zu Hugenpoet ihren Abschluss. Dessen Nachkommen hatten nicht die finanziellen Mittel, die Anlage zu halten, und so wurde das mittlerweile verfallene Schlossgut im Jahr 1831 vom Freiherrn Friedrich Leopold von Fürstenberg ersteigert, dessen Nachfahren noch heute im Besitz des Schlosses sind. Die Fürstenbergs ließen es zwischen 1844 und 1872 unter den Architekten August Lange und Heinrich Theodor Freyse im Stil der Neorenaissance ausbauen sowie modernisieren. … Zeitgleich ließen die neuen Schlossbesitzer den Schlosspark anlegen. 1879 verlegte die Familie ihren Wohnsitz dann von Schloss Borbeck gänzlich nach Hugenpoet. Während des Zweiten Weltkriegs waren in den Schlossgebäuden Dienststellen der Wehrmacht beheimatet, denen nach Ende des Krieges Flüchtlingsfamilien folgten. Zeitweilig beherbergte das Erdgeschoss des Hauptgebäudes auch die Ausstellung des Essener Folkwang-Museums, ehe das Schloss im Jahr 1955 durch Hotelier Kurt Neumann seiner heutigen Nutzung als Hotel-Restaurant übergeben wurde. 1995 übernahm die Familie Lübbert die Leitung von Schloss Hugenpoet und baute es insbesondere im Restaurantbereich weiter aus. Im Dezember 2013 drohte dem Hotel die Insolvenz. Das Betreiberehepaar gab die Geschäftsleitung noch im gleichen Monat an den Eigentümer Maximilian Freiherr von Fürstenberg ab, der den Hotel- und Restaurantbetrieb übernahm.“

Wir nehmen die Essener Straße bergauf und gelangen nach kurzer Zeit rechts auf den Neanderlandsteig, der uns auf den Ruhrhöhenweg führt. Von dort haben wir eine tolle Sicht auf die Mintarder Brücke und das südliche Ruhrgebiet. Entlang des Kokeschbachs und der Straße Hennenbruch folgt dann das Gut Schneeweiß. Weiter geht es am Langenkampbach in eine schöne Wohnsiedlung in Ratingen Breitscheid. Der folgende Linneper Weg bringt uns zum Schloss Linnep. „Erstmals wird der Rittersitz um 1090–1120 in einer Urkunde des Stifts Kaiserswerth als linepo bzw. im Jahr 1093 in Person des Wernherus de linepe in einer Urkunde der Abtei Werden erwähnt. … Südwestlich des Schlosses befindet sich der schlichte Saalbau der 1684 eingesegneten Waldkirche Linnep, einer der ältesten reformierten Kirchenneubauten im Rheinland. … Haus Linnep (oder Lennep) war bis 1802 der Kern der Herrschaft Linnep. Die Ritter und Herren zu Linnep (Linepe, Lynepe) besaßen die Burg bis 1461. Durch die am 29. September 1461 vollzogene Heirat von Eva (* um 1420; † 1483), Erbtochter von Dietrich von Linnep und Elisabeth von Sayn, mit Friedrich von Neuenahr-Alpen kam die Herrschaft an die Grafen von Limburg. Ab 1582 bewohnte die freiherrliche Familie von Isselstein, die der reformierten Konfession angehörte, Haus Linnep, zunächst als Pfand, dann ab 1643 erblich durch Kauf. Im Zuge der Reformation versammelten sich die evangelischen Christen in Linnep bis 1684 im Schloss, dem Wohnsitz ihres Schutzherrn. Ab 1684 konnten die ersten Gottesdienste in einer eigenen Kirche auf einem Grundstück nahe dem Schloss, das der damalige Schlossherr Freiherr Vincent Schott von Isselstein der Gemeinde schenkte, gefeiert werden. Ab 1731 erfolgten häufige Besitzerwechsel. 1855 wurde das Schloss von Ferdinand Reichsgraf von Spee, jüngerer Bruder des Grafen auf Schloss Heltorf, gekauft und das dazugehörige Waldgebiet auf über 300 Hektar vergrößert. Bis in die 1990er Jahre befand sich im neuesten Schlossflügel das Archiv des Kreises Mettmann. Das Schloss war privater Wohnsitz des Landwirtes und langjährigen CDU-Lokalpolitikers Clemens Graf von Spee (1929–2011) und seiner Familie. Im Jahr 2008 übernahmen Isabella und Wilderich Freiherr von Ketteler Schloss Linnep. Seit 2010 gibt es die Möglichkeit, standesamtliche Trauungen in Schloss Linnep zu schließen.“ (Quelle: Wikipedia)

Nachdem wir das Schloss hinter uns gelassen haben gelangen wir auf die stark befahrene Landstraße zwischen Ratingen und Heiligenhaus. Nach 600 m biegen wir links ab in den Wald. Von dort führt der Weg direkt in die Wälder von Hugenpoet. Allerdings stehen wir nach insgesamt 10 km vor umgestürzten Bäumen, die den weiteren Weg versperren. Also kehren wir um und nehmen dann die Essener Straße zurück zum Parkplatz.