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Ruhrgebiet

Von der Bladenhorster Straße zum Gräftenhof Ehling

Wir starten in Recklinghausen an der Henrichenburger Straße, der wir etwa 2 km lang folgen. Zunächst geht es vorbei an Häusern und einer Siedlung der VIVAWEST, dann folgen landwirtschaftliche Flächen und einige Hofstellen. Nach der Kreuzung mit der Wartburgstraße halten wir uns links. Über die Horneburger Straße und die Straße Auf der Flur geht es vorbei an Baumschulen-Aufforstungen und über abgeerntete Felder. Der Beckumer Straße folgen wir dann bis Kilometer 5. Schöne Feldwege mit weitem Blick führen uns bis nach Recklinghausen-Suderwich.

Wikipedia liefert folgende geschichtliche Daten: „Etwa um die Mitte des zweiten Jahrhunderts n. Chr. kamen Germanen, vielleicht zuerst die Sugambrer, in den Suderwicher Raum. Um 1066 tauchte in der Hebeliste des Essen-Werdener Klosters erstmals der Name Suderwick auf. Das bedeutete wohl Süddorf. Die Höfe waren bereits lehnspflichtig geworden. Das gilt auch für die drei Schultenhöfe Önting, Dobbeling und Pepping. Suderwich gehörte zum Vest Recklinghausen, das dem Kölner Erzbischof unterstand. Für Suderwich war Recklinghausen der Sitz der Gerichtsbarkeit und Horneburg der Ort der Verwaltung. Man ernährte sich von Ackerbau und Viehzucht. Emscherbruch und Esselerloh lieferten Weideland und Holz. Ab 1457 gab es in der Suderwicher Markgenossenschaft 70 Scharenberechtigte. Ab 1765 ging man daran, die gemeinsame Nutzung aufzulösen.“

Wir bewundern die alte Wassermühle, viele Fachwerkhäuser und den schön angelegten Mühlenbach mit den aufgestauten Teichen. Im alten Dorf Suderwich scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Dann erreichen wir nach der prächtigen Sankt-Johannes-Kirche den Gräftenhof Ehling. In einer online verfügbaren Pressemeldung der Firma Brillux finden wir diese Hintergründe: „In ihrer ursprünglichen Form sind sie nur noch selten anzutreffen: Gräftenhöfe. Einer der ältesten Gräftenhöfe Deutschlands liegt in Recklinghausen-Suderwich. Als „herausragende Hofanlage im Ortskern des ehemaligen Dorfes Suderwich“ und „besonders gutes Beispiel der westfälischen Gräftenhöfe“ wurde er 1992 unter Denkmalschutz gestellt. Seit seiner Sanierung in den Jahren 2009–2011 und den Erweiterungsbauten erstrahlt der Gräftenhof Ehling in neuem Glanz, bietet 29 barrierefreie Wohnungen und ist Sitz zweier Praxen und eines medizinischen Dienstes. Eigentümer des Gräftenhofes ist die gemeinnützige Ottilie Ehling Stiftung, deren Stiftungszweck unter anderem die Heimatpflege und Altenhilfe ist. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 13. Jahrhundert. 1357 wird der erste Ehling namentlich genannt. Seither war der in der Poststraße 7 in Recklinghausen-Suderwich gelegene Gutshof Heimat für 13 Generationen der Familie Ehling. In späteren Jahrhunderten entwickelte sich die Hofstelle zum Gräftenhof, einem speziellen Typus einer Einzelhofsiedlung, dessen Hauptcharakteristikum ein Wassergraben, die sogenannte Gräfte, ist, der die Hofstelle ganz oder in Teilen umgibt. Insbesondere das Münsterland ist bis heute siedlungsgeografisch von Gräftenhöfen geprägt. Entstanden sind diese, so die Vermutung, aus dem Bedürfnis nach Schutz und Sicherung für die zumeist isoliert liegenden Wohnplätze sowie aus dem Wunsch nach Anerkennung und sozialem Prestige.“ Eine Schautafel vor der Hofanlage weist darauf hin, dass die Essener Fürstäbtissinnen die früheren Lehnsherren der Ehlings waren.

Weiter geht es durch die Fußgängerzone aus den 90er Jahren und entlang des Suderwicher Baches zurück zur Sachsenstraße. Nach etwas mehr als 11 Kilometern sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour angekommen.