Südliche Elfringhauser Schweiz

Unsere heutige Tour haben wir von ich-geh-wandern. Da der Boden noch leicht gefroren ist, artet die Tour auch nicht zur Schlammschlacht aus. Die Wege sind überwiegend naturbelassen und wären jetzt im Winter bei wärmeren Temperaturen ziemlich rutschig. Die rund 300 Höhenmeter sorgen für ein bisschen Puls beim Laufen. Einkehren kann man außerhalb der Corona-Einschränkungen in der Nähe des Parkplatzes in der Gaststätte Behmenburg.

Von Hattingen entlang der Ruhr

Heute haben wir uns – dem Regen der letzten Tage geschuldet – für eine Asphaltrunde an der Ruhr entschieden. Wir parken unterhalb der Ruine Isenburg an der Isenbergstraße auf dem Wanderparkplatz. Der Leinpfad, den wir nehmen, verläuft direkt neben der Hochwasser führenden Ruhr. Dass das Hochwasser später auch Auswirkungen auf unsere heutige Tour haben wird, davon ahnen wir noch nichts.

Nach 4 Kilometern entlang der Ruhr erreichen wir die Schwimmbrücke Bochum-Dahlhausen. Sie bringt uns ans andere Ruhrufer. Ein paar hundert Meter weiter verlassen wir die Lewackerstraße und nehmen den Pfad bergauf und in den Wald. Der Weg führt direkt auf die Straße In der Aar und wird später zur Fährstraße. Über Im Diergarten und die Königsteiner Straße gelangen wir zur historischen Eisenbahnbrücke über die Ruhr. Direkt neben dem Gleis verläuft ein schmaler Fußweg, über den wir die Brücke nutzen können. Auf der anderen Seite angekommen nehmen wir wieder den Leinpfad…bis das Hochwasser auch hier ganze Arbeit geleistet hat und wir nicht mehr ohne nasse Füße weitergehen können.

Nach 8,5 Kilometern kehren wir um und folgen nun dem Pfad zur Bochumer Straße. Ab jetzt geht’s nur noch entlang von Hattinger Hauptstraßen trocken zurück zum Parkplatz. Von der Bochumer Straße über die Martin-Luther-Straße und die Nierenhofer Straße zurück auf die Isenbergstraße. Nach 13 Kilometern sind wir wieder am Parkplatz angekommen.

Von Velbert-Nierenhof zur Burg Isenberg

Am S-Bahnhof Velbert-Nierenhof finden wir einen schattigen Parkplatz und los geht’s über die Nierenhofer Straße und Kohlenstraße. An der Kirche der evangelischen Gemeinde biegen wir links ab in den Wald und bewältigen die ersten hundert Höhenmeter. Nach 1,5 Kilometern öffnet sich der Wald und wir haben einen schönen Ausblick über Hattingen-Niederbonsfeld.

Wir folgen ein Stück den Straßen Kressenberg und Langes Feld und nehmen dann einen Mountainbike-Trail durch den Wald. Dieser Trail führt 800 Meter bergab und bietet zahlreiche Schanzen und andere Gelegenheiten für Sprünge und Tricks. Er endet an der Tippelstraße, der wir nun 500 Meter folgen.

Nun haben wir den verkehrsreichsten Teil der Tour hinter uns gelassen und nehmen eine Nebenstraße und den Wanderweg zur Burg Isenberg. „Die Isenburg stellt sich dem Besucher nicht erst seit heute als Ruine dar. Sie wurde im Winter 1225/26, also bereits 25 Jahre nach ihrer Fertigstellung im Jahre 1200, zerstört (man hatte damals eben ein etwas anderes Verhältnis zu Immobilien). Das Gelände der Burg steht unter Denkmalschutz, die Ruine selbst ist zwar kein Weltkulturerbe aber so schön, dass sie schon gelegentlich in Hochglanzkalendern abgebildet wurde. Die Ruine der Burg Isenberg repräsentierte in ihrer Ausdehnung und Außenwirkung der gewaltigen Bauformen den hohen sozialen Status und Machtanspruch ihrer Erbauer, Graf Adolf von Altena (seit 1193 Erzbischof von Köln und Herzog von Westfalen) sowie dessen Bruder Graf Arnold von Altena. Die erste Erwähnung  als “Castrum Ysenberg” verdanken wir einer die Zeiten überdauernde Urkunde aus dem Jahr 1200, gesiegelt durch Erzbischof Adolf von Köln. Der Baubeginn der Burganlage wird für 1193/94 vermutet. In der wechselvollen Geschichte der Burganlage im 12. und 13. Jahrhundert spielen der Hochadel, die Kirche, ein Totschlag, Heucheln, Meucheln und Machtpolitik nicht unwesentliche Rollen. Das markante Haus Custodis wurde Ende der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts als Landhaus mitten in die Burgruine gebaut, sozusagen als Zweitverwertung der unverbaubaren Aussicht über das Ruhrtal.“ (Quelle: Internetseite des Vereins zur Erhaltung der Isenburg e. V.)

Nach diesem Wanderhighlight mit seiner herrlichen Aussicht über die Ruhrschleifen geht es zurück nach Velbert-Nierenhof, wo wir nach etwas mehr als 7 Kilometern wieder am Parkplatz ankommen.