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Teneriffa – Rund um die Kathedrale im Nationalpark Teide

Der Beginn unserer heutigen Tour ist auf einem kleinen Parkplatz unweit der Felsformation Los Roques mit dem imposanten Roque Chinchado (Steinener Baum). Zunächst geht es recht eben durch die Lava- und Gesteinslandschaft. Der Weg ist gut ausgebaut. Als wir den ersten Felsen passiert haben, beginnt der Abstieg zur Kathedrale. Jetzt ist volle Konzentration gefordert.

Der Felsen La Catedral, den wir nun umrunden, ist ein ehemaliger Vulkanschlot. Wir haben eine schöne Sicht auf den Teide, dessen Seilbahn heute gewartet wird. Der Teide selbst ist 3.718 Meter hoch und aufgrund des Wetters leicht mit Schnee bedeckt. Die Zufahrt zum Nationalpark war aus diesem Grund auf einer Hauptroute heute Vormittag gesperrt. Beim Teide handelt es sich um einen Vulkan, der zuletzt im Jahr 1909 ausbrach. Er ist der höchste Berg Spaniens und der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Der Teide-Nationalpark ist seit 2007 Unesco-Weltnaturerbe und streng geschützt.

Der Wanderweg führt über abgekühltes Lavagestein, dass gut begangen werden kann. Da aber auch einige Stellen mit losem Gestein bergab vorhanden sind, empfiehlt sich der Einsatz eines Wanderstocks für ungeübte Wanderer, da man hier auch leicht ausrutschen kann. Zwei Stöcke jedoch würden eher behindern, als helfen.

Wir erreichen kurz darauf die Ebene rund um die Kathedrale und nun führt der Weg in 20 Minuten direkt zum Parkplatz, wo unser Bus uns wieder aufnimmt.

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Madeira – Levadawanderung im Norden

Als wir heute Morgen zum Ausgangspunkt unserer Wanderung von Funchal aus starten, hängen über den Bergen im Norden dunkle Wolken. Ein Bus bringt uns nach etwa 30 Minuten zum Start. Hier nieselt es leicht. Wir nehmen von einer Nebenstraße aus den Einstieg zur Levada des Nordens zwischen den Orten Ribeira Brava und Campanario und unweit des Tunel da Ribeira Brava. Wenn man die nördliche Levada ganz erwandern möchte braucht man etwa 4-4,5 Stunden.

Die Levadas sind das alte Bewässerungssystem der Insel und versorgen noch heute die vielen terrassenförmigen Felder an den steilen Berghängen und den Süden der Insel mit Wasser. Dort wird neben Wein auch Obst und Gemüse angebaut. Anders als in den Steillagen der Mosel haben die Menschen hier jedoch keine Maschinen oder Zahnradtraktoren, um die steilen Hänge zu bewirtschaften. Aus diesem Grund sind viele der früher bewirtschafteten Flächen heute Brachland.

Die Levadas fangen das Regenwasser im Norden und in den Bergen im Zentrum der Insel auf und transportieren es über weite Strecken in die Orte entlang der Küste und die Felder im Süden. Ihr Netz erstreckt sich über die gesamte Insel und viele von Ihnen kann man erwandern. Die ersten wurden bereits im 15. Jahrhundert angelegt. Damals verfügte König Johann II., dass kein Landeigentümer den Bau, die Instandsetzung oder die Nutzung der Levadas behindern durfte. Auch wurde das Wasser durch von ihm eingesetzte Levada-Beauftragte den Landeigentümern zugeteilt. Das gesamte Levadasystem wird mit 800-5000 km Länge angegeben, je nachdem, ob man die vielen kleinen Verzweigungen zu den einzelnen Terrassenfeldern mitzählt oder nicht. Die jüngste und modernste Levada, die Levada dos Tornos, wurde erst 1966 in Betrieb genommen. Sie hat eine Länge von 106 km und bewässert 9900 ha Land. Ein Elektrizitätswerk ist mit ihr verbunden. Auf der gesamten Insel gibt es 3 Elektrizitätswerke, die mit Hilfe der Levadas Strom erzeugen. Da das Wasser immer gleichmäßig fließen muss, werden die Levadas regelmäßig gewartet. Deshalb sind alle Levadas begehbar, entweder auf der Levadamauer oder auf einem Weg neben dem Kanal, dem Passeio da levada. (Quelle: Wikipedia)

Wir wandern entlang des Wasserkanals in gemütlichem Tempo und zu dieser frühen Stunde stetig der Sonne entgegen. Der Weg neben dem Kanal ist manchmal sehr schmal und führt unmittelbar an steilen Berghängen entlang. Die Landschaft und die Ausblicke von den schmalen Pfaden sind einmalig. Die Insel ist wunderschön grün und es blühen Weihnachtssterne, Dahlien, Hibiskus und hunderte andere Blumen. Unsere Tour führt stetig bergab. Dabei ist das Gefälle kaum spürbar. Das Wasser in der Levada ist da deutlich schneller als wir unterwegs. Etwa auf halber Strecke erreichen wir einen kleinen Rastplatz, wo wir am Waldsaum im Schatten kurz ausruhen. Dann halten wir uns rechts und gehen weiter in Richtung Küste. Hier gibt es atemberaubende Ausblicke auf den Norden der Insel und über die Küste. Madeira hat ein gut ausgebautes Straßennetz, oftmals mit EU-Mitteln erneuert oder errichtet. Gleichwohl bieten die meisten Straßen, insbesondere in den Ortschaften, gerade Platz für 2 Autos und an den Straßenrändern wird zudem häufig geparkt, so dass nur ein Auto passieren kann. Nach etwa 6,5 km erreichen wir die ersten Häuser des Ortes Quinta Grande, wo uns der Bus wieder aufnimmt und zurück nach Funchal bringt.

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Lanzarote – Zum Tal der 1000 Palmen

Wir starten im Hafen der Inselhauptstadt Arrecife und der bereitstehende Bus bringt uns zum höchsten Punkt und Beginn der heutigen Tour auf etwa 650 Meter Höhe an der Straße Avenida Santa Catalina. Von hier folgen wir ein kurzes Stück der Straße Lugar Diseminado Haria und halten uns dann rechts. Wir passieren eine kleine Schaf- und Ziegenfarm und gelangen dann an den Aussichtspunkt über die Steilküste des Famara-Gebirges und die unbewohnte Nachbarinsel La Graciosa. Der Blick auf das Meer und die Westküste der Insel ist atemberaubend. Man sieht die Ausläufer der Feuerberge (Timanfaya-Nationalpark) und den längsten Sandstrand der Insel unterhalb der Steilküste angrenzend an den Fischerort Caleta de Famara. Der Ort hat 981 Einwohner und gehört zur Gemeinde Teguise, der früheren Inselhauptstadt.

Wir folgen ein Stück dem Weg entlang der Famara-Küste und biegen dann links in ein Kerbtal ein. Orientierung zum Einstieg in das Kerbtal bietet eine der wenigen Oberland-Stromleitungen der Insel. Jetzt folgt der technisch anspruchsvollste Teil der Tour. Es geht über Stock und Stein etwa 80 Höhenmeter bergab. Wer trittsicher ist, für den stellt dieser Weg kein Problem dar. Andere fühlen sich vielleicht mit Wanderstöcken sicherer. Der Weg ist herrlich und führt durch die einmalige Landschaft Lanzarotes. Am Horizont tauchen bereits die ersten Palmen unseres heutigen Ziels Haria im Tal der 1000 Palmen auf. Am Wegesrand finden wir die inseltypischen Dickblatt- und Wolfsmilchgewächse sowie wilden Fenchel und die endemische Löwenzahnart, nur auf den Kanaren vorkommend. Da der ungewöhnlich regenreiche Winter noch nicht lange zurückliegt, blüht die Insel förmlich und ist erstaunlich grün.

Wir halten uns links und nach einem kurzen Stück vorbei an den ersten Kartoffel- und Weinfeldern der Einheimischen wird der gut ausgebaute ebene Schotterweg zur Asphaltstraße. Wir passieren die ersten Häuser von Haria und unsere Tour endet wenig später direkt im Zentrum der Stadt an der Kirche.